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02. Februar 08

Finale: Video versus Audio

In der Live-Video-Ecke tut sich im Moment einiges. Auf der einen Seite die professionellen IP-TV-Angebote wie das T-Home der Telekom, die ihre Zuschauer unter den Sportfans bitter enttäuschen:

"Da muss sich keiner wundern, wenn die Fans das mit dem Bewegtbild aus dem Stadion bald selbst in die Hand nehmen."
(ringfahndung.de)

Auf der anderen Seite die User Generated Live-Video-Anbieter, wie Ustream.tv, Kyte, Mogulus, Qik, Flixwagon oder LiveCastr, wo jedermann per Webcam oder Videohandy selber zum Regisseur wird, oder unsere Hamburger Kollegen von Ligx zur Übertragung von Live-Konzerten. Handelsblatt-Blogger Thomas Knüwer wird versuchen, über Qik mit seinem Handy live von der diesjährigen Superbowl, dem Finale der amerikanischen Football-Liga, zu senden. Ein spannendes Experiment! (Schon tun sich die ersten unerwarteten Hürden auf.)

Schaefer
Baseballer Herman A. "Germany" Schaefer auf der anderen Seite der Kamera, 1911 (LOC collection)

Viele fragen uns bei 1000MIKES: warum macht ihr Audio, und nicht auch Video? Dafür gibt es eine ganze Reihe von guten Gründen.

  • Audio ist ein Medium mit besonderen Eigenheiten und Qualitäten, und nicht der kleine Bruder des Video. Radio ist nie im Fernsehen aufgegangen. Warum? Audio funktioniert unterwegs und nebenher - du kannst gleichzeitig Zeitung lesen und mit deiner Schwiegermutter telefonieren. Viele Menschen hören Radio beim Internet-Surfen. Das geht alles mit Video nicht. Telefon und Radio wurden schnell mobil, aber Videotelefonie war ein Flopp. Auch dem Handy-TV wird nicht mehr Erfolg beschieden sein als den tragbaren Fernseher der Achtziger. 
  • Audio ist ein "low barrier medium". Sprachübertragung über das Telefon ist jedem zugänglich. Man muß kein besonderes, videofähiges Gerät haben, spezielle Software zum Laufen bringen und im Tarifdschungel der Mobilfunkanbieter einen bezahlbaren Datentarif finden (Hinweis: es gibt keinen). Dagegen ist der Anruf zu einer Festnetznummer mit den aktuellen Flatrate-Tarifen umsonst.
  • Audio ist emotional. Klang und Sprache berühren. Für die Live-Übertragungen über 1000MIKES hoffen wir auf Authentizität, persönliche Ansprache, Begeisterung, Gefühlsausbrüche ... vielleicht gelingt es auch, den einzigartigen Charakter der alten Radioübertragungen wiederherzustellen, wie etwas der berühmten WM-1954 Endspielreportage "Tor, Tor, Tor!!!" von Herbert Zimmermann (anhören im Audioarchiv des Deutschen Historischen Museums, leider nur mit Realplayer).

Wir hoffen, ihr seid dabei!

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Kommentare

Sebastian

Auch auf diesem Wege noch einmal danke für die Erwähnung, auf unserer Blogroll seid ihr bereits. Schade, dass wir uns gestern auf der next verpasst haben. Grüße

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